Das Ende von Allem

Von | 7. September 2018

Alles hat ein Ende, nur …

… wie das konkret aussehen soll, darüber ist sich keiner so sicher. Zwei Theorien stehen hoch im Kurs. Und der Mensch hofft.

Es gibt viele Vorstellungen, wie das Ende der Welt aussehen könnte. Foto: ccvision.de

Manchmal sehnen wir uns das Ende herbei: das Ende der Schulstunde, das Ende der Ausbildung, das Ende des Arbeitstages … Lieber ein Ende mit Schrecken als gar kein Ende. Umgekehrt gibt es diese Tage, an denen wünscht man sich Unendlichkeit. Eine ewige Zeit. Nur: „Die Ewigkeit ist eine ziemlich lange Zeit, vor allem, wenn es dem Ende zu geht“, so sieht es zumindest der Regisseur Woody Allen. Das könnte durchaus langweilig werden.

Ein Ende vermag sowohl eine Art Wunsch zu sein und gleichzeitig Unwohlsein zu verbreiten. Die Vorstellung von Unendlichkeit auch irgendwie. Bei allem Wünschen, Glauben und Befürchten lohnt sich der Blick auf die Naturgesetze. Die Physik verspricht, wenigstens einigermaßen handfest zu sein. Gesetz ist Gesetz, also wenn ein bestimmtes Gesetz hier auf der Erde gilt, so gilt es aller Wahrscheinlichkeit nach auch im gesamten Universum – zumindest gehen Naturwissenschaftler davon aus.

Zwei Theorien über das Ende des Universums

Aufgrund von Naturgesetzen gibt es mehrere Theorien, wie das Ende von Allem, speziell des Universums, aussehen könnte. Der Mensch ist natürlich keine Ausnahme, denn letztlich ist auch er aus Sternenstaub entstanden. Alles darüber hinaus ist Glaubenssache. So, wie es die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA beschreibt, entscheiden über das Schicksal des Universums vereinfacht zwei Kräfte: die gegenseitige Anziehung von Sternen und Planeten sowie die Beschleunigung, mit der sich das Universum ausdehnt.

Die erste Theorie geht davon aus, dass alles einmal so enden könnte, wie es begonnen hat. Das Universum entstand gemäß der Urknall-Theorie aus einer Singularität heraus, also einem Zustand, in dem es noch keine Einteilung in Raum und Zeit gab und in dem das Universum noch unendlich klein war. Wenn sich das Universum nicht mehr ausdehnt, weil die gegenseitige Anziehung unter den Sternen und Planeten stärker ist, schrumpft es wieder zu dem Zustand des Urknalls zusammen. Das ist der sogenannte Big Crunch. Alles ist unendlich klein, ohne Raum und Zeit. Nicht auszuschließen ist, dass dieser Big Crunch der Anfang eines neuen Universums sein könnte, ein neuer Big Bang. Hier kommt erneut die Unendlichkeit ins Spiel: ein pulsierendes Universum, das sich unendlich oft ausdehnt und wieder in sich zusammenfällt – mit einer winzigen Zeitspanne, in der gegebenenfalls intelligentes Leben möglich ist.

Die zweite Theorie besagt, dass die Ausdehnung des Universums gewinnt und die gegenseitige Anziehung immer schwächer wird. Das gesamte Universum wird auseinander gezogen – mit immer höherer Geschwindigkeit. Galaxien lösen sich auf, Sonnensysteme reißen auseinander, Sterne und Planeten zerstäuben in ihre Einzelteile. Selbst kleine Teilchen wie Atome zerfallen. Es gibt keine Strukturen mehr. Alles ist ziemlich leer, kalt und vermutlich auch unendlich. Das ist der Big Freeze. Auch dieser könnte in einem Endknall enden, dem Big Rip.

Kosmologen tendieren gemäß der NASA eher zu letzterem Szenario. So ganz sicher ist sich da jedoch niemand, denn zwei Faktoren spielen noch eine wichtige Rolle: die dunkle Materie und die dunkle Energie. Beides sind noch sehr unbekannte Bereiche.

Die Zeit vertröstet auf das Ende

So richtig tröstlich ist keines der Szenarien. Vielleicht kommt daher die Hoffnung, dass der Mensch möglicherweise mehr ist als Materie, die in sich zusammenfällt oder sich auflöst. Das ist die Frage nach Geist, Bewusstsein und seinen Ursprüngen. Darüber, ob es so etwas wie Bewusstsein gibt und wenn ja, wie und ob es mit Materie verbunden ist, zerbrechen sich Philosophen, Naturwissenschaftler und Theologen seit Jahrhunderten die Köpfe. Noch ist kein klarer Gewinner absehbar.

Bis es mit dem Ende von Allem soweit ist, können noch Abermilliarden Jahre vergehen. Irgendwann wächst unsere Sonne soweit an, dass auf der Erde kein Leben mehr möglich ist. Bis dahin verbleiben vielleicht noch eine Milliarde Jahre. Das bietet also genug Zeit, um über uns und unser Ende nachzudenken und zu forschen.

Das Ende von …

… komplexem Leben auf der Erde: maximal in einer Milliarde Jahren. Dann wird die Durchschnittstemperatur auf der Erde über 30 Grad Celsius liegen.

… der Sonne: etwa in fünf bis sieben Milliarden Jahren. Dann ist auch ihr Brennstoff verbraucht.

… den Sternen: etwa in 100 Billionen Jahren, dann wird kein Gas mehr da sein, um neue Sterne zu bilden, und die bestehenden brennen aus.

… Atomkernen: etwa in einer Sextillion Jahren (1036 Jahren), dann zerfallen die Protonen in einem Atomkern theoretisch zu Strahlungen.

… Schwarzen Löchern: etwa in einer Googol Jahren (10100 Jahren, Namensgeber für Google), sie lösen sich in einem galaxieweiten Lichtblitz auf.

… menschlicher Dummheit: nach Albert Einstein möglicherweise unendlich.