Das Ziel ist der Mars

Von | 26. März 2021

Bild von Comfreak auf Pixabay

In 10-15 Jahren werden wir Zeuge sein, wenn der Mensch den Mars betritt, spätestens in 2048. Nicht die Menschen von vor 100 oder 1000 Jahren, nicht erst in 100 Jahren. Jetzt ist die Zeit.

Und wieder ist ein Rover auf dem Mars gelandet. Zwei Lander aus sowjetischen Raumsonden aus den 70gern zerschellten entweder oder verloren den Kontakt, der Sojourner der NASA schloss seine Mission 1997 ab, Spirit und Opportunity überschritten ihre Missionsdauer seit 2004, Curiosity fährt seit 2012 auf dem Mars, die chinesische Sonde Tianwen-1 soll im Mai einen Rover absetzen und seit Februar erkundet Perseverance die Oberfläche. Selbst darum sollte bald ein Mensch auf dem Mars stehen, und sei es bei dem Verkehr als Verkehrspolizist.

Der Mars an sich

Der Mars fasziniert schon deshalb, weil irdische Dimensionen überschritten werden. Der höchste Berg ist der Olympus Mons mit 22 Kilometern Höhe, der irdische Mount Everest schafft keine neun Kilometer. Wo es einen Pol gibt, den der Mensch erreichen kann, dann will er hin, siehe Scott und Amundsen, die Pioniere des Südpols.

Der Mars ist nur halb so groß wie die Erde und von der Sonne aus gesehen der vierte Planet im Sonnensystem: Merkur, Venus, Erde, Mars.

Sonden kartieren den Mars und scannen nach Eis und Wasser. Neben hellen Gipsformationen und Eismassen an den Polen finden sie hauptsächlich rostrote Wüste. Das soll nicht enttäuschen. Wenn wir von der Raumstation ISS auf die Erde blicken, sehen wir auch weite Landstriche, die unwirtlich aussehen. Der Astronaut Alexander Gerst sagt, dass es einen näheren Blick braucht, um eine Fülle an Leben zu entdecken. Andererseits hätten die Rover höher entwickeltes Leben bereits entdeckt. Vermeintliche Gesichter auf dem Mars, Pyramiden, eine außerirdische Hochkultur, Alienkrieger, Dinosaurierknochen, Suppenlöffel, alles optische Täuschungen.

Mars als Risikogebiet

Auch auf dem Mars gibt es Jahreszeiten. Aufgewirbelter Staub, ganze Stürme und ihre Gefährlichkeit bestehen aufgrund der geringeren Schwerkraft viel länger als auf der Erde. Wer den Mars nicht respektiert, gefährdet sich. Dabei war alles einmal anders. Vor etwa vier Milliarden Jahren hatte der Mars vermutlich Ozeane und eine dichte Atmosphäre. Leider verlor er aufgrund seiner Größe irgendwann sein Magnetfeld, damit seine Atmosphäre und das Wasser verflüchtigte sich.

Bei allen neuen Instrumenten des Rovers Perseverance – wie der Mars sich anfühlt, schmeckt, riecht, das kann nur der Mensch vor Ort. Der Astrobiologe Gernot Grömer trainiert im Rahmen eines österreichischen Weltraumforums Wissenschaftler und Wegbereiter in der Wüste des Oman für die größte Expedition der Menschheit.

Die Psyche des Menschen muss sich daran gewöhnen, dass der ursprüngliche Heimatplanet weit entfernt ist. Bei Problemen hat der Reiserückkehrer wenig Chancen. Monatelang eingesperrt in ein kleines Raumschiff, Wahrnehmung und Koordination verändern sich, über Genveränderungen durch die kosmische Strahlung ist auch noch wenig bekannt.

Spätestens im Jahr 2048 wird es soweit sein, dass ein bemannter Raumflug zum Mars stattfinden wird. Da steht der Mars zur Erde so günstig, dass sich die Kosten stark reduzieren. Außer, es gibt auf der Erde Menschen, denen die Kosten egal sind, dann wird eine Mission früher stattfinden. Die Technik ist da, so der ehemalige Astronaut Ulrich Walter, es liegt nur noch an der Zuverlässigkeit. Der Tesla-Gründer Elon Musk will aus der Menschheit eine multiplanetare Spezies machen, er redet von 1000 Raumschiffen und 10.000 Flügen zum Mars.

Gewappnet auf dem Mars

Die Atmosphäre ist auf dem Mars so dicht wie auf der Erde in 32 Kilometern Höhe. Perseverance mit der Größe eines SUV trägt eine Helikopterdrohne. Diese soll zeigen, wie das Fliegen auf dem Mars funktioniert, für den Rover schwer zugängliche Stellen fotografieren und den Rover leiten. Der Rover kann CO2 in Sauerstoff und Kohlenstoff spalten. Das eine brauchen die Menschen, das andere dient als Raketentreibstoff. Seine Kamera macht mit 427 Millionen Pixel Auflösung die besten Fotos, die wir von einem anderen Planeten haben.

Aber das coolste ist seine Möglichkeit, Plasma zu untersuchen. Plasma entsteht, wenn Steine durch Laser zerfetzt werden. Ja, der Rover hat eine Laserkanone. Sollte es auf dem Mars Aliens geben, würde dies vielleicht zu einem Heben ihrer Augenbraue führen.

FAQ

  • Sehenswert: TerraX (ZDF Mediathek), Der Mars – Rätselhafte Wüstenwelt
  • 2048 steht der Mars am günstigsten für einen bemannten Raumflug
  • Die Technik ist jetzt schon da, allein die Zuverlässigkeit fehlt noch
  • in der Wüste von Oman bereiten sich jetzt schon Menschen, sogenannte Analog-Astronauten, auf ihr Leben und ihr Lebensende auf dem Mars vor