Nach der Wahl ist vor der Wahl

Nicht schon wieder das Wahlthema. Doch. Wie zu vermuten war ein Beitrag von mir wieder bei idowapro.de/blog.

Wahlberechtigung und Wahlfreiheit ist ein Gut, das erhalten werden möchte, da es nicht selbstverständlich ist. Wenn es nicht gepflegt wird, weiß man vielleicht am Ende gar nicht mehr, ob es noch existiert. Grund 1.

Grund 2: Die Regierung prägt deinen Alltag. Es ist ein gutes Gefühl, wenn du das mitentscheidest, was dort in deinem Alltag abläuft. Dann erst kannst du die Verantwortung dafür übernehmen. Etwas mitzugestalten ist immer ein gutes Gefühl.

Grund 3: Es ist immer wieder erschreckend, dass einerseits die globale Kommunikation auch zu einer globalen Diskussion über Menschenrechte führt, andererseits es so viele Menschen gibt, die sich noch oder wieder überhaupt nicht von Widersprüchen beeindrucken lassen: zwischen Menschenrechten, wie sie im Grundgesetz festgeschrieben sind, und verschiedenen politischen Positionen, die auch noch öffentlich propagiert werden dürfen.

Grund 4: Kein Mensch darf aufgrund seiner Herkunft, seiner Hautfarbe, seines Geschlechts, seiner Religion oder seiner sexuellen Ausrichtung benachteiligt werden. Menschenwürde kann nicht verdient oder verloren werden. Allerdings missachtet werden.

Verhinderungsgrund 1: politischer Verdruss, (Denk-)Faulheit, Trotz, Verweigerung, Enthaltung. Alles Gefühle, die man eher der dunklen Seite der Macht zusprechen würde.

Verhinderungsgrund 2: Menschen sind zu dumm, um zu wählen. Serious? Ne. Stell dir vor, eine ganze Klasse von Menschen, die einen politischen Test nicht bestanden haben, dürfen nicht wählen. Was kommt dabei raus? Sie müssen nehmen, was ihnen die andere Klasse der Gesellschaft, die wählen darf, ihnen vorsetzen. Die Linke, die Partei, die NPD, die AfD, die Bayernpartei. Damit können sie für politische Entwicklungen nicht verantwortlich gemacht werden. Selbstverantwortung im Rückmarsch. Super. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Mal wieder. In Deutschland ist es eben so, dass jeder Deutsche, der 18 ist und in den letzten 25 Jahren für mindestens drei Monate ununterbrochen in Deutschland gelebt hat, aktiv wählen darf. Gewählt werden dürfen sogar alle volljährigen Deutschen unabhängig von ihrem Wohnort. Ausgeschlossen sind verurteilte Straftäter oder Menschen, die wirklich nichts mehr ohne einen Betreuer erledigen können. In diesem Wahlrecht ist keine Rede von einem bestimmten IQ und der Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verstehen zu können.

Verhinderungsgrund 3: Ich habe keine Ahnung, wen ich wählen soll. Verständlich. Da gibts den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für Politische Bildung (BPB). Oder den science-o-mat, sonst noch den deinWal, den Bundeswahlkompass, das Wahlnavi von Politikwissenschaftlern entwickelt oder den Wahlswiper im Tinderstil, auch als App oder als Anwendung für Alexa verfügbar.

Weitere Gründe und viele interesssante Tweets rund um die Wahl und den Wahl-O-Maten gibts auf deren Blog.

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