3.5.88

By | 27. Februar 2015
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Ich stellte mein triefnasses Fahrrad auf der Terrasse ab. Nie wieder! Dachte ich mit Unbehagen an die Fahrt im Regen. Sauer war ich. So sauer, dass es bis zum Himmel stinkt. Wenn der Regen ein Ding wäre, wäre er schon von mir zerrissen worden. Mit heruntergezogenen Augenbrauen starrte ich den Boden an, wie wenn er schuld am Regen wäre. Ich wollte ins Haus, ins Trockene.
Die Küchentür war offen. Als ich aufblickte, sah ich eine knallroten, fast kochenden Kopf in der Fensterscheibe. Es war meiner. Meine Hände schlossen sich zu Fäusten, während ich die Küche betrat. Meine Kleider bildeten Pfützen, in denen sich der schwarze Himmel spiegelte.
Ich hörte und sah vor Wut nichts. Nur den Regen, der draußen sein schauerliches Lied spielte, und den Boden, den ich anstarrte. Ich merkte kaum, wie ich mich auszog und den Schulranzen packte, um ihn ins Zimmer zu schleppen.
Dort angekommen, schmiss ich den Ranzen hinein und zog die Tür zu, die mit einem Krachen ins Schloss viel.
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